Unser neues Zuhause rollt, 1000 Kilometer Richtung Norden
22.12-28.12.2025 Wo die Straße beginnt, beginnt unser Zuhause
Unser letzter Tag ist angebrochen. Sydney liegt hinter uns, vor uns wartet Perth und dort ein Traum, auf den wir lange hingefiebert haben: unser Camper. Vier Wochen Freiheit, vier Wochen unterwegs, vier Wochen ein Zuhause auf vier Rädern.
Schon die Fahrt mit dem Uber fühlte sich wie der Beginn eines Abenteuers an. Wir hielten mitten in einem Industriegebiet an, und selbst der Fahrer schaute uns mehrfach fragend an, ob wir hier wirklich richtig seien. Erst hinter einem unscheinbaren Gebäude, in einer großen Lagerhalle, entdeckten wir ihn: unser fahrendes Zuhause. Unser Hotel, unsere Küche, unser Rückzugsort. Die Einführung dauerte gut eine Stunde, doch ehrlich gesagt konnten wir uns kaum etwas merken wir wollten einfach nur los.
Der erste Stopp führte uns in einen Supermarkt. Regale füllen, Kühlschrank füllen, Camper füllen und plötzlich fühlte es sich echt an. Dann ging es los Richtung Jurien Bay. Unterwegs hielten wir an einer wunderschönen Lagune, ein Moment zum Durchatmen, bevor die lange Fahrt weiterging. Am Abend steuerten wir einen Campground an, den ich über eine App gefunden hatte. Der Weg dorthin war okay, doch wir kamen im Dunkeln an auf einem großen, leeren Platz. Still, dunkel, unheimlich. Uns war beiden nicht wohl. Also entschieden wir uns weiterzufahren, dorthin, wo andere Camper standen.
Was dann folgte, war nervenaufreibend. Google Maps zeigte eine „bessere“ Straße doch diese entpuppte sich als völlig überwucherter Weg, schmal, holprig und offensichtlich seit Ewigkeiten nicht mehr befahren. Jeder Meter fühlte sich falsch an. Umso größer war die Erleichterung, als wir endlich wieder Asphalt unter den Reifen hatten und zurück in der Zivilisation waren. Unser Camper hatte es überstanden und wir auch.
Als wir schließlich auf dem Campingplatz ankamen, waren wir einfach nur noch müde. Dach hoch, Bett raus zumindest war das der Plan. Natürlich vergaßen wir zuerst die Sicherungshaken. Zum Glück merkten wir es noch rechtzeitig. Wenige Minuten später lagen wir endlich im Bett. Erschöpft, aber glücklich.
Die nächsten Tage bestanden aus endlosen Straßen, staubigen Landschaften und dem stetigen Ziel vor Augen: Exmouth, ganz im Norden. Über 1.000 Kilometer lagen vor uns. Unterwegs dann der nächste kleine Schock eine Tankstelle, geschlossen. Seit drei Tagen, wie ein handgeschriebener Zettel verriet aufgrund von Weihnachten. Mit etwa 120 Kilometern Restreichweite fuhren wir weiter, langsamer als sonst, jeder Kilometer bewusst. Hier ist eine Tankstelle keine Selbstverständlichkeit, manchmal liegen 200 bis 300 Kilometer dazwischen.
Weihnachten verbrachten wir am Strand. Palmen, Sand, Meer und doch fühlte es sich ganz anders an als zu Hause. Keine Weihnachtsmusik, keine Lichter, keine Kälte. Trotzdem war es schön. Ruhig. Besonders.
Wir lebten uns immer mehr in das Campingabenteuer ein. Ein Leben, dass uns unglaublich gut tut. Viele unserer Campingplätze lagen weit abseits der Hauptstraße, oft über eine Stunde ins Nirgendwo. Tagelang kein Handyempfang. Kein Lärm. Kein Druck. Nur wir, die Natur und die Zeit.
Manchmal zwang uns die Natur weiterzuziehen. An einem Strand war der Wind so stark, dass wir nur eine Nacht blieben. Aber genau das lieben wir am Camper: Wenn es sich nicht richtig anfühlt, fährt man einfach weiter.
Was uns allerdings regelmäßig an unsere Grenzen bringt, sind die Fliegen. Sie scheinen ein persönliches Interesse an Augen, Mund und Ohren zu haben. Zum Glück fanden wir an einer Tankstelle ein Fliegennetz für den Kopf modisch fragwürdig, aber lebensrettend. Leider wurden sie in Exmouth nicht weniger. Angekommen in Exmouth verbrachten wir die erste Nacht auf einem RAC Camping Platz und gönnten uns noch eine Abkühlung im Pool. Bevor wir uns dann an das Abendessen machten und an die Planung der nächsten Tage.
Das waren ein paar Eindrücke unserer ersten Woche im Camper. So viel ist schon passiert und doch fühlt es sich an, als hätten wir gerade erst angefangen. Seid gespannt, wo wir Silvester verbringen und welche Geschichten unser kleines Zuhause auf Rädern noch für uns bereithält.
29.12 – 04.01.2026 Schildkröten gesucht, Empfang verloren
Es war Zeit, den nördlichsten Punkt unserer Australienreise zu erkunden. Los ging’s mit einem Ausflug zum Leuchtturm, danach fuhren wir direkt weiter zu unserem ersten Strand. Dieser ist bekannt dafür, dass hier Meeresschildkröten an Land kommen, um ihre Eier im Sand zu verbuddeln also Augen auf.
Wir hielten Ausschau nach Schildkröten und mussten im Wasser nicht lange suchen, bis wir tatsächlich ein paar entdeckten. Leider meinten es Wellen und Wind an diesem Tag etwas zu gut mit uns. Aber egal wir waren uns einig: Wir kommen definitiv nochmal zurück, denn Schildkröten lassen wir uns nicht entgehen.
Danach ging es weiter Richtung Visitor Center, wo wir für die Nacht einen Platz auf dem Campground buchten. Im Outback ist Handyempfang ja eher ein Glücksspiel manchmal hat man Glück, meistens nicht. 😅 Bevor es endgültig zum Campground ging, schauten wir uns noch ein paar weitere Strände an.
Turquoise Bay & große Hai-Wünsche
Am nächsten Tag stand eines der absoluten Highlights an: Turquoise Bay, gefolgt von den Oyster Stacks.
Wir waren am Vortag schon kurz an der Turquoise Bay, aber die Strömung war extrem stark und es war bereits später Nachmittag. Trotzdem hatte ich bei diesem kurzen Schnorchelausflug meinen ersten Riffhai gesehen die Vorfreude war also riesig.
Und siehe da: Das Wetter meinte es diesmal besser mit uns, die Strömung war deutlich ruhiger. Ich konnte sogar Nicole überzeugen, mit ins Wasser zu kommen. Bevor wir reingingen, fragte ich sie noch, was sie denn gerne sehen würde. Ihre Antwort: „Haie.“ Keine 10 Minuten später schwamm uns tatsächlich ein schöner Schwarzspitzen-Riffhai entgegen. Wunsch erfüllt
Durch die Strömung mussten wir immer wieder aus dem Wasser raus, ein Stück am Strand zurücklaufen und dann erneut reinschnorcheln kostenloses Fitnessprogramm inklusive.
Beim zweiten Schnorcheldurchgang kam dann eines unserer absoluten Highlights: ein Bambushai. Ein magischer Moment, wie dieser friedlich an uns vorbeischwamm. Als wäre das nicht genug, sahen wir außerdem Schildkröten, Seesterne und unzählige Fische.
Beim dritten Durchgang gesellte sich sogar noch ein Rochen dazu. Checkliste komplett ✔️
Oyster Stacks – schön, aber anstrengend
Zeit für die Oyster Stacks. Hier darf man nur bei Flut schnorcheln, damit die Korallen geschützt bleiben. Wir rechneten mit stärkerer Strömung und liefen daher etwas weiter den Strand hinunter. Im Wasser merkten wir dann: kaum Strömung, aber dafür ordentlich anstrengend, vorwärtszukommen.
Fazit:
Mehr Korallen als zuvor, aber weniger Vielfalt an Meerestieren. Abgesehen von riesigen Seegurken und ein paar Fischen hielt sich die Ausbeute in Grenzen trotzdem sehenswert.
Am Abend machten wir uns noch einmal auf den Weg zurück zur Bucht mit den Schildkröten – und bereuten keine Minute der längeren Anfahrt. Schon von weitem konnten wir sehen, wie zahlreiche Schildkröten aus dem Wasser an Land kamen.
Wir setzten uns leise in den Sand und beobachteten fasziniert, wie eine Schildkröte begann, ihr Nest zu graben. Ganz ruhig, ganz in ihrem Tempo. Es war ein unglaublich besonderer Moment und definitiv eines der vielen Highlights dieses Tages.
Delfine, Silvester & Outback-Feeling
Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich mit Schnorcheln und Chillen genau das, was wir nach der ganzen Reiserei gebraucht hatten.
Für Silvester entschieden wir uns für die Monkey Mia Bay, wo jeden Morgen Delfine vorbeischauen. Klingt doch nach einem perfekten Start ins neue Jahr, oder?
Gesagt, getan: Am 31.12. ging es wieder Richtung Süden, mit einem dreitägigen Stopp in Monkey Mia. Die Delfine enttäuschten uns nicht und begrüßten uns direkt am ersten Tag des neuen Jahres am Strand besser geht’s kaum.
Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege kurz: Ich ging auf einen Tauchtrip, Nicole verbrachte den Tag mit Delfinen und einem Buch (klingt auch ziemlich perfekt).
Abends gönnten wir uns noch eine Sunset-Katamaranfahrt, bevor es am nächsten Tag weiterging.
Kalbarri, Pinnacles & Parkplatz-Romantik
Nächstes Ziel: Kalbarri Nationalpark. Unterwegs machten wir Halt am Shell Beach, der wie der Name schon sagt komplett aus Muscheln besteht. Laut Instagram sollten es riesige Muscheln sein… wir fanden eher kleine. Trotzdem ein wunderschöner Stopp.
Im Nationalpark selbst bestaunten wir Highlights wie das Nature’s Window und die beiden Skywalks wirklich beeindruckend. Danach ging es weiter Richtung Perth.
Unterwegs wurden wir noch von einer Polizeikontrolle aufgehalten: Jedes Auto wurde angehalten, Alkoholtest inklusive. Natürlich: 0.0. Vorbildlich. 😇
Heutiges Ziel waren die Pinnacles Desert im Nambung National Park. Die unzähligen Kalksteinsäulen, die hier aus dem gelben Sand ragen, sehen fast aus wie eine andere Welt. Kaum zu glauben, dass dieser Ort früher einmal unter dem Meer lag und die Pinnacles aus versteinerten Muschelschalen bestehen, die über Millionen von Jahren freigelegt wurden.
Wir entschieden uns, die Rundstrecke mit dem Auto zu fahren, was definitiv die entspannteste Art ist, den Park zu erkunden. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Parkbuchten, von denen aus man kurz aussteigen und die Landschaft auf sich wirken lassen kann. Gerade zum späten Nachmittag war das Licht besonders schön und machte die ohnehin schon beeindruckende Kulisse noch spektakulärer.
Nach diesem besonderen Stopp ging es für uns weiter zu den Sanddünen, bevor wir schließlich im Dunkeln auf einem Parkplatz neben dem Highway landeten, wo wir die Nacht verbrachten.
Das waren sie also: ein paar Highlights unserer zweiten Camper-Woche und definitiv Erinnerungen fürs Leben.
Spinnenalarm und eine Nacht ohne Schlaf Woche 05.01-11.01.2026
Angekommen auf unserem „Notschlafplatz“ machten wir uns schnell bereit für die Nacht. Für Nicole wurde es allerdings alles andere als erholsam. Obwohl vor uns noch ein anderer Camper stand, schlief sie sehr unruhig.
Der Grund dafür war eine Spinne, die ich ihr draußen neben unserem Campervan gezeigt hatte – keine besonders schlaue Idee 😅. Die Sorge, dass diese in der Nacht in unseren Camper krabbeln könnte, ließ sie nicht los. Vorsorglich verstopfte sie sogar den Abfluss, damit ja keine Spinne von unten den Weg nach oben finden konnte.
Nach dieser eher kurzen Nacht war eines klar: Ein Kaffee musste her.
Vom Schiffswrack ins tiefe Blau
Den ersten Kaffee des Tages holten wir uns direkt neben unserem ersten Tagesziel – einem Schiffswrack, das sich im Jahr 1905 während eines Sturms losgerissen hatte und am Coogee Beach auf Grund lief. Heute liegt das Wrack rund 25 Meter vom Strand entfernt und ist für alle gut sichtbar.
Nach einem kurzen Spaziergang folgte eine kleine Schnorchelrunde, bei der wir das Wrack aus nächster Nähe bestaunen konnten ein faszinierender Start in den Tag.
Danach ging es weiter Richtung Busselton. Dort besuchten wir das bekannte Underwater Observatory, das man zu Fuß über einen etwa 1 Kilometer langen Steg erreicht. Im Observatorium selbst konnte man über drei Stockwerke in die Tiefe hinabsteigen und hatte eine freie Sicht auf die Unterwasserwelt. Fische, Korallen und das ruhige Treiben unter der Wasseroberfläche absolut beeindruckend.
Zurück an Land machten wir es uns auf der angrenzenden Wiese gemütlich, genossen die Sonne und besprachen entspannt die Pläne für die nächsten Tage.
Meerblick, Weinreben und echte Wochenhighlights
Die nächsten Tage verbrachten wir in der wunderschönen Margaret River Region. Dort besuchten wir zwei Weingüter, bei denen ich meine Wettschulden einlösen und einen richtig guten Wein kaufen konnte.
Neben dem Wein genossen wir vor allem die Landschaft: sanfte Hügel, Weinreben, Wälder und das Meer immer in Reichweite – eine Region, in der man sich sofort wohlfühlt.
Eines unserer absoluten Wochenhighlights war Shelly Beach. Ein öffentlicher Campground nach dem „First come, first serve“-Prinzip, direkt oberhalb des Strandes gelegen. Sobald man die Tür des Campervans öffnete, bot sich uns ein atemberaubender Blick aufs Meer. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, doch selbst bei grauem Himmel hatte dieser Ort etwas ganz Besonderes.
Anschließend besuchten wir Albany. Nicole gönnte sich dort eine Maniküre, während ich mich um unseren Camper kümmerte. Außerdem erkundeten wir zahlreiche Naturpools sowie die beeindruckende Lake Cave eine Tropfsteinhöhle, die uns beide sehr faszinierte.
Diese Gegend ist einfach fantastisch umso mehr werden wir es wohl bedauern, dass wir nicht länger geblieben sind. Das wechselhafte Wetter spielte eine Rolle, weshalb wir unsere Route anpassten und mehr Zeit in Esperance einplanten.
Ein Kindheitstraum wird wahr
Nächste Woche steht nun die Weiterfahrt Richtung Esperance an – und damit vermutlich eines unserer absoluten Highlights. Für mich geht damit sogar ein Kindheitstraum in Erfüllung: Wir unternehmen eine Orca-Tour.
Die Vorfreude ist riesig 🐋✨
Sandpisten, Planänderung und eine unerwartete Begegnung Woche 12.01-18.01.2026
Wir steuerten einen Campground direkt am Meer an. Nach einer langen Anfahrt wurde die Straße jedoch immer sandiger und steiler. Mit meinen hervorragenden Vorkenntnissen und meiner immensen Erfahrung 😄 entschied ich mich schließlich dagegen, hinunterzufahren.
Da wir am nächsten Tag eine Orca-Tour geplant hatten und uns auf keinen Fall verspäten wollten, tauschten wir unseren Schlafplatz kurzfristig. So machten wir dann auch gleich unsere erste Bekanntschaft mit einer Huntsman-Spinne.
Gänsehautmomente auf dem offenen Meer
Am nächsten Morgen ging es endlich auf die langersehnte Orca-Tour. Am Abend zuvor hatten wir vorsorglich eine Tablette gegen Seekrankheit genommen, da wir von Freunden schon einiges über den teils rauen Seegang gehört hatten. Zum Glück denn kaum waren wir in See gestochen, erwischte es bereits die Ersten, die die gesamte Tour nicht mehr richtig genießen konnten. Die Wellen waren an diesem Tag stärker als sonst, wie wir am Ende erfuhren.
Unterwegs wurden wir ein Stück von Delfinen begleitet, und dann waren sie plötzlich da: die Orcas.
Was für eine Erfahrung! Wir durften sie ganz nah an unserem Boot beobachten echte Gänsehautmomente, inklusive ein paar feuchter Augen. Die Zeit verging wie im Flug beim Anblick dieser beeindruckenden Orca-Familie. Was für imposante Tiere!
Esperance – Traumstrände und unser südlichster Punkt
Nach der Tour mieteten wir uns in einem nahegelegenen Campground ein und fuhren am nächsten Tag weiter Richtung Esperance. Auf dem Weg legten wir noch einen Zwischenstopp auf einem wunderschönen Campground direkt am Meer ein, bevor uns schließlich der Twilight Beach begrüßte einer der bekanntesten Strände Westaustraliens.
Herzlich willkommen in Esperance, unserem südlichsten Ziel der Camperreise.
Die nächsten Tage genossen wir es, einfach das zu tun, worauf wir Lust hatten ganz ohne Programm. Viel Zeit verbrachten wir am Twilight Beach, wo wir eine sehr nette Bekanntschaft mit einem anderen Schweizer Paar machten. Mit ihnen kochten wir an zwei Abenden gemeinsam und tauschten uns über unsere Weltreise aus. Für sie ging diese leider zu Ende, für uns hingegen beginnt das Abenteuer jetzt erst richtig.
Lucky Bay, leere Strände und große Farben
Außerdem besuchten wir Lucky Bay, wo wir mit unserem Camper offiziell am Strand fahren durften. Der eigentliche Grund für unseren Besuch waren jedoch die Kängurus, die hier normalerweise ganz entspannt am Strand chillen. Leider zeigten sie sich weder an diesem noch am nächsten Tag.
Trotzdem genossen wir die atemberaubende Landschaft und die unglaublichen Farben des Wassers. In dieser Woche haben wir noch viele weitere Strände besucht, dass würde jedoch den Rahmen sprengen. Für uns waren dies die Highlights der Woche.
Abschied vom Süden – Vorfreude auf die Philippinen
Nächste Woche stehen nochmals ein paar Strandtage an, bevor wir die Rückfahrt nach Esperance antreten und unser nächstes großes Abenteuer starten: die Philippinen.
Ein weiteres Kapitel unserer Reise beginnt und wir könnten gespannter kaum sein. ✨
14.000 Kilometer Freiheit Unser Campervan-Abenteuer durch Australien
Manche Reisen verändern einen. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern leise Kilometer für Kilometer.
Unsere Zeit in Australien war genauso eine Reise. Wochenlang war unser Campervan unser Zuhause. Wir lebten zwischen endlosen Highways, einsamen Campgrounds, türkisfarbenen Stränden und roten Staubpisten. Am Ende standen über 14.000 gefahrene Kilometer auf dem Tacho. Eine Zahl, die selbst uns staunen lässt.
Esperance – Der perfekte Abschluss am Meer
Unser letzter voller Tag in Esperance hätte schöner kaum sein können. Kein Wecker. Kein Zeitdruck. Einfach gemütlich in den Tag starten und noch einmal zum Strand. Esperance ist berühmt für seine weißen Sandstrände und das kristallklare Wasser und genau hier wollten wir unsere letzten Momente auf vier Rädern genießen. Barfuß im Sand, Sonne im Gesicht, das Rauschen der Wellen im Hintergrund. Wir wussten: Bald geht es zurück nach Perth. Bald endet dieses Kapitel. Und genau deshalb fühlte sich jeder Moment noch intensiver an.
Eine letzte Nacht ohne Empfang
Auf der Rückfahrt Richtung Perth legten wir noch einen Zwischenstopp auf einem Campground direkt am Meer ein. Kein Internet. Kein Empfang. Nur Natur. Diese Orte sind es, die einen erden.
Wenn man abends vor dem Camper sitzt, der Wind vom Meer kommt und über einem der Sternenhimmel leuchtet, merkt man, wie wenig man eigentlich braucht. Zumindest dachten wir das. Bis ich im Männer-WC einer sehr großen Huntsman-Spinne begegnete. Australien ist bekannt für seine Tierwelt aber eine solche Begegnung auf engstem Raum sorgt trotzdem für erhöhten Puls. Ich habe mich gewaltig erschrocken. Und ab diesem Moment war klar: Ich benutze nur noch das Frauen-WC. Kompromisslos. Abenteuer bedeutet eben auch, seine Komfortzone zu verlassen.
Ein Stopp bei Wave Rock
Auf dem Weg zurück machten wir Halt beim beeindruckenden
Wave Rock. Eine gigantische Felsformation, die aussieht wie eine erstarrte Ozeanwelle mitten im Inland. Fast surreal erhebt sich diese Naturwelle aus der Landschaft als hätte jemand den Moment des Brechens in Stein eingefroren. Ein perfektes Sinnbild für unsere Reise: kraftvoll, beeindruckend und irgendwie unwirklich.
Zahlen, die bleiben
Allein auf unserer letzten Etappe legten wir 7.796 Kilometer zurück und verbrachten 118 Stunden auf der Straße. Insgesamt kamen wir während unserer gesamten Australienreise auf über 14.000 Kilometer. Unser Campervan war Schlafzimmer, Küche, Aussichtspunkt und Rückzugsort in einem. Er brachte uns zu Orten, die wir sonst nie gesehen hätten.
Zurück in Perth – Zwischen Alltag und Abschied
Zurück in Perth fühlte sich alles plötzlich wieder urban an. Straßenverkehr. Cafés. Restaurants. Dusche mit warmen Wasser. Wir nutzten die letzten Tage, um die Stadt noch einmal bewusst zu erleben. Gut essen zu gehen. Durch die Straßen zu schlendern. Noch einmal australische Atmosphäre einzuatmen.
Langsam fanden wir wieder in einen „normaleren“ Rhythmus zurück.
Unser Abreisetag hatte es kulinarisch noch einmal in sich. Viele Restaurantbesuche, Bars und ein letzter Abend voller Genuss. Oder zumindest fast. Unser letztes Essen in Australien war extrem scharf so scharf, dass es kaum genießbar war. Vor allem Nicole wird dieses Gericht wohl nie vergessen. Vielleicht war es Australiens humorvolle Art, uns noch einmal herauszufordern. Ein würdiger, wenn auch feuriger Abschied.
Danke, Australien
Diese Reise war mehr als nur ein Roadtrip. Sie war Freiheit. Selbstständigkeit. Improvisation.
Natur pur. Wir haben gelernt, mit wenig auszukommen. Wir haben gelernt, flexibel zu sein. Und wir haben erlebt, wie groß, rau und gleichzeitig wunderschön dieses Land ist. Australien hat uns beeindruckt, überrascht und wachsen lassen und obwohl wir dankbar zurückblicken, richtet sich unser Blick nun nach vorne. Denn das nächste Abenteuer wartet bereits. Es geht auf die Philippinen.
Erstelle deine eigene Website mit Webador