Manuel Antonio Nationalpark

Veröffentlicht am 17. Mai 2026 um 15:53

Ankunft in Costa Rica & Weiterreise

Nach unserer Ankunft im letzten Land unserer Reise, Costa Rica, ging es für uns von San José direkt weiter Richtung Manuel Antonio Nationalpark. Der Park liegt an der zentralen Pazifikküste nahe der Stadt Quepos und zählt trotz seiner eher kleinen Fläche zu den bekanntesten und beliebtesten Nationalparks des Landes. Gegründet wurde er 1972, um die tropischen Wälder, Mangroven und die traumhaften Strände zu schützen. Heute ist er vor allem für seine grosse Artenvielfalt bekannt und genau darauf freuten wir uns riesig.

Unsere Unterkunft & erste Tierbegegnungen

Wir hatten eine süsse Unterkunft ganz in der Nähe des Parks gebucht, da wir bereits für den nächsten Tag eine geführte Tour reserviert hatten. Ein paar Tage vor unserer Ankunft schrieb uns der Vermieter, dass bei unserem gebuchten Zimmer die Klimaanlage ausgefallen sei und er uns deshalb ein anderes Zimmer anbieten müsse. Als wir ankamen, erklärte er uns jedoch, dass die Klimaanlage inzwischen repariert werden konnte und er uns beide Zimmer zeigen wolle.

Wir entschieden uns schliesslich für ein gemütliches Bungalow mit kleiner Terrasse direkt an einem Flussbett. Der Vermieter erzählte uns noch, dass am Vortag eine Affenfamilie vorbeigekommen sei. Natürlich setzten wir uns sofort gespannt nach draussen und tatsächlich dauerte es nicht lange bis wir bereits einen Helmeted Basilisk sowie einige Eisvögel entdeckten. Nur die Affen liessen noch auf sich warten.

Am Abend wollten wir noch essen gehen, doch wie schon mehrmals auf unserer Reise hatte das gewünschte Restaurant trotz Google-Angaben geschlossen. Zum Glück befand sich direkt daneben eine Art Streetfood-Markt, sodass wir trotzdem noch etwas Gutes zu essen fanden.

Start ins Nationalpark-Abenteuer

Am nächsten Morgen war es dann endlich so weit: unser Besuch im Manuel Antonio Nationalpark. Wir trafen unsere Gruppe beim Eingang und kurz darauf ging es los. Zwei Teilnehmer mussten leider zurückbleiben, da sie Probleme mit ihren Tickets hatten vermutlich wurden diese falsch verkauft. Für uns war alles in Ordnung und somit konnte das Nationalpark-Abenteuer beginnen.

Schon nach wenigen Metern entdeckten wir erneut einen Helmeted Basilisk, der sich in der Sonne aufwärmte. Diese faszinierenden Tiere sind dafür bekannt, über Wasser rennen zu können, weshalb sie auch „Jesus-Christus-Echsen“ genannt werden.

Kurz darauf zeigte uns unser Guide, wie wertvoll eine geführte Tour sein kann. Er richtete sein Teleskop auf einen Laternenpfahl und sagte, wir sollten hindurchsehen. In einem winzigen Loch, kaum grösser als fünf Zentimeter, sass tatsächlich ein Olive Tree Frog. Ohne Guide und Teleskop hätten wir diesen niemals entdeckt.

Wenig später folgte bereits das nächste Highlight: Zwischen dem Laub entdeckten wir eine perfekt getarnte Nachtschwalbe (Pauraque). Mit ihrem braun gemusterten Gefieder sah sie auf den ersten Blick fast aus wie eine zusammengerollte Viper. Regungslos sass sie am Boden so gut getarnt, dass wir sie ohne unseren Guide niemals entdeckt hätten.

Zusätzlich entdeckten wir noch eine Brown Vine Snake, eine perfekt getarnte Baumschlange, sowie eine Red Tiger Snake, die mit ihrer auffälligen Zeichnung beeindruckte.

Faultiere, Fledermäuse & Affen

Natürlich durften auch die berühmten Faultiere Costa Ricas nicht fehlen. Schon bald entdeckten wir unser erstes Faultier hoch oben in einem Baum. Diese friedlichen Tiere wirken mit ihrem Gesichtsausdruck, als würden sie ständig lächeln. Für uns war es ein wunderschöner Moment.

Ein weiteres spannendes Tier war die Tent-making Bat. Diese kleinen Fledermäuse bauen sich Schlafplätze unter grossen Blättern, indem sie Blattadern anknabbern, sodass sich das Blatt wie ein Zelt zusammenfaltet.

Kurz darauf begegneten wir einer Kapuzineraffen-Familie. Diese Tiere waren schon als Kind meine Lieblinge im Zoo, und nun durfte ich sie in freier Wildbahn erleben ein ganz besonderer Augenblick. Später kamen noch Weisskopfaffen dazu. Unser Guide erzählte uns, dass diese Affen sehr clever sind und praktisch alles fressen.  

Der Guide vermittelte uns unglaublich viel Wissen über den Park und seine Tierwelt. Dadurch konnten wir aus der Tour enorm viel mitnehmen. Am Ende beschlossen wir, noch ohne Guide einen kleinen Weg über die Halbinsel zu laufen und die Natur selbst weiter zu erkunden.

Dabei entdeckten wir auch eine Tropical Land Crab, die zwischen den Steinen und Wurzeln unterwegs war. Danach gönnten wir uns noch eine Abkühlung im Meer. Einer der grossen Vorteile des Manuel Antonio Nationalparks sind nämlich seine traumhaften Strände, die mitten in der geschützten Natur liegen.

Ein letztes Highlight – der Ameisenbär

Auf dem Rückweg zum Ausgang wollten wir eigentlich nur noch unsere Wasserflaschen auffüllen, da wir danach direkt zur nächsten Unterkunft weiterreisen mussten. Genau dieser kurze Stopp bescherte uns jedoch das letzte und vielleicht unerwartetste Highlight des Tages: Ein Ameisenbär spazierte plötzlich über den Weg, kletterte anschliessend geschickt auf einen Baum und verschwand im Wald. Wir wussten gar nicht, wie gute Kletterer diese Tiere sind.

Nach diesem unvergesslichen Tag machten wir uns auf den Weg Richtung Corcovado Nationalpark, wo bereits das nächste Abenteuer auf uns wartete: eine zweitägige Dschungelwanderung mit Übernachtung mitten im Regenwald. Die Vorfreude darauf war riesig, denn eine Nacht im Dschungel erlebt man schliesslich nicht alle Tage.

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