Corcovado Nationalpark – Zwei Tage mitten im Dschungel
Ankunft in Puerto Jiménez
Nach einer langen Fahrt erreichten wir Puerto Jiménez, unseren Ausgangspunkt für das Abenteuer im Corcovado Nationalpark. Der Park liegt auf der Osa-Halbinsel im Süden Costa Ricas und gilt als einer der artenreichsten Orte der Welt. Dichter Regenwald, abgelegene Strände und eine unglaubliche Tierwelt machen ihn zu einem der wildesten Nationalparks Mittelamerikas.
Auch hier hatten wir wieder eine sehr süsse Unterkunft gebucht sogar mit Jacuzzi. Leider konnten wir diesen gar nicht nutzen, da wir erst spät ankamen und am nächsten Morgen bereits um fünf Uhr wieder losmussten. Die Hosts unseres Airbnbs waren unglaublich freundlich und wir durften das Auto während unserer Zeit im Park dort stehen lassen. Somit konnte unser nächstes Abenteuer beginnen.
Frühstart mit Delfinen
Noch vor Sonnenaufgang ging es für uns an den Hafen. Von dort fuhren wir mit dem Boot Richtung Corcovado Nationalpark. Bereits unterwegs wurden wir mit einem ersten Highlight belohnt: Wir sahen mehrere Delfine welche in den frühen Morgenstunden auf Jagd waren. Ein perfekter Start in diese Tour.
Am Strand angekommen wartete bereits unser Guide auf uns, der uns die nächsten zwei Tage begleiten würde. Und als wäre das nicht genug, stand direkt im Unterholz schon ein Tapir unser persönliches Willkommensgeschenk. Was für ein Auftakt.
Das Basislager im Regenwald
Gemeinsam liefen wir zunächst zu unserem Basiscamp, wo wir übernachten würden. Dort trafen wir noch ein anderes Paar, das bereits am Vortag angekommen war und mit uns noch eine letzte Wanderung machte, bevor es zurückreiste.
Schon auf dem Weg ins Camp sahen wir die ersten Affen hoch oben in den Bäumen sowie mehrere Nabelschweine (Pekaris), die deutlich kleiner sind als Wildschweine bei uns in der Schweiz. Im Camp angekommen verstauten wir unsere Sachen. Geschlafen wurde in einem grossen Mehrbettzimmer mit Hochbetten mitten im Dschungel.
Erste Wanderung – Pflanzenwissen statt Tierparade
Schon kurz nach unserer Ankunft startete die erste Wanderung. Dabei überquerten wir riesige Ameisenstrassen, wobei wir später auf unserer Reise sogar noch grössere sehen sollten.
Auch wenn wir auf dieser Tour weniger Tiere sahen, war sie unglaublich spannend. Unser Guide erklärte uns viel über die Pflanzenwelt Costa Ricas und wie Einheimische diese traditionell nutzen. Manche Pflanzen helfen bei Schmerzen oder Fieber, andere werden zur Wundheilung eingesetzt. Besonders faszinierend war die Geschichte, dass früher grosse Ameisen genutzt wurden, um tiefe Schnittwunden zu verschliessen: Die Ameise biss die Wunde mit ihren kräftigen Mandibeln zusammen, danach wurde der Körper entfernt und der Kopf blieb wie eine natürliche Klammer zurück.
Beeindruckend war auch das Tempo unseres Guides er absolvierte alle Wanderungen in Gummistiefeln, während wir mit unseren Turnschuhen kaum hinterherkamen.
Zweite Wanderung – Jetzt wird es wild
Nach dem Mittagessen und dem Beziehen unserer Betten ging es bereits weiter auf die zweite Wanderung. Und diesmal wartete deutlich mehr Tierwelt auf uns.
Gleich zu Beginn flog ein farbenprächtiger Tukan über die kleine Landebahn, die im Notfall genutzt werden kann. Tief im Wald sahen wir zuerst einen Großen Tinamu, einen braunen Bodenvogel, der wie ein kleines Dschungelhuhn wirkte. Gerade als wir ihn entdeckten, lieferte er sich mit einer Echse einen lustigen Streit um einen Grashüpfer ein spannendes Schauspiel mitten im Dschungel. Der arme Grashüpfer stand zwischen zwei hungrigen Mäulern ein faszinierendes Naturschauspiel. Diese urtümlichen Vögel sind tatsächlich mit dem Strauss verwandt. Später hörten und sahen wir zudem noch einen Großen Hokko (Great Curassow), der mit seinen tiefen, fast komischen Rufen auf sich aufmerksam machte .
Während alle gebannt zusahen, bemerkte Nicole plötzlich, dass hinter uns mehrere Pekaris den Weg überquerten. Es erinnerte uns an früher in der Schule: Alle schauen nach vorne und jemand ruft plötzlich „Hallo, hier passiert auch etwas!“
Affen, Agutis und ein versteckter Ameisenbär
Weiter ging es mit mehreren Agutis kleine Nagetiere, die oft wie Mini-Rehe oder goldene Hasen wirken. Danach folgten unzählige Affen: Brüllaffen, Kapuzineraffen und Totenkopfaffen bewegten sich durch die Baumkronen.
An einer Stelle vermuteten die Guides sogar einen Ameisenbären, da es stark nach Urin roch ein typischer Hinweis. Leider blieb er perfekt versteckt.
Auf dem Rückweg überquerten wir einen kleinen Fluss, der nur wenig Wasser führte. Doch Nicole entdeckte im Wasser plötzlich einen kleinen Kaiman. Man sah nur den Kopf, doch das reichte bereits, um uns alle zu beeindrucken.
Frühmorgens auf Tapir-Suche
Nach dem Abendessen hiess es früh schlafen gehen, denn bereits um fünf Uhr morgens startete die nächste Tour eine halbe Nachtwanderung.
Im schnellen Tempo liefen wir im Dunkeln zu einem Fluss, der ins Meer mündet. Dort vermutete unser Guide weitere Tapire, die den Fluss überqueren würden. Wir warteten geduldig bis zum Sonnenaufgang und dann zahlte sich die Geduld aus: Hinter uns schwamm plötzlich ein Tapir durch einen Seitenarm des Flusses, da gerade Ebbe war. Auf der anderen Seite begann er gemütlich zu fressen ein unvergesslicher Moment. Etwas später wartete bereits das nächste Highlight auf uns: Eine grosse Schlange glitt plötzlich über den Weg ins Unterholz. Das Erstaunliche daran entdeckt wurde sie nicht von unserem Guide, sondern von der letzten Person unserer Gruppe. Unser Guide erklärte uns, dass sie zwar ungiftig, aber beeindruckend gross war.
Letzte Begegnungen im Park
Anschliessend liefen wir noch ein Stück dem Strand entlang und sahen dabei ein Eisvogel-Pärchen. Danach war es Zeit fürs Frühstück.
Auf der letzten Wanderung erwartete uns nochmals ein besonderes Highlight: Ein Tapir mit seinem Jungtier überquerte direkt vor uns einen Fluss und verschwand anschliessend im dichten Dschungel. Ein perfekter Abschluss dieser zwei Tage.
Nach diesem grossartigen Erlebnis brachte uns unser Guide zurück zum Boot. Während der Fahrt machten wir zwischen den Wellen einen kleinen Powernap. Genau rechtzeitig vor dem Ziel wachten wir wieder auf und direkt vor dem Boot schwamm eine Gruppe Delfine vorbei.
Zurück an Land warteten noch zwei wunderschöne Aras auf uns. Besser hätte diese Tour kaum enden können.
Entspannung in Puerto Jiménez
Die Nacht verbrachten wir nochmals in Puerto Jiménez, diesmal in einem Haus mit wunderschönem Garten. Nach den intensiven Tagen genossen wir einfach die Ruhe auf dem Sofa oder in der Hängematte und beobachteten die Aras, die über uns hinwegflogen.
Am nächsten Morgen hiess es dann Abschied nehmen von der Pazifikküste: Adiós Pazifik, hola Karibik! Unser nächstes Ziel wartete bereits auf uns der Cahuita Nationalpark auf der anderen Seite Costa Ricas.
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