Cahuita

Veröffentlicht am 17. Mai 2026 um 16:03

Cahuita – Karibikvibes, Regenwald und Entspannung

Lange Fahrt mit Stopp an der Crocodile Bridge

Der Weg nach Cahuita führte uns erneut über Berge und durch die Hauptstadt San José. Es erwartete uns gute 10h fahrt. Unterwegs wollten wir nochmals bei der berühmten Crocodile Bridge anhalten. Die Brücke über dem Río Tárcoles wurde mit den Jahren zu einem bekannten Stopp für Reisende, weil man von hier fast garantiert riesige amerikanische Krokodile beobachten kann. Durch das warme Wasser, viele Fische und die Sandbänke fühlen sich die Tiere hier besonders wohl und so wurde aus einer normalen Brücke eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten an Costa Ricas Strassenrand.

Diesmal lohnte sich der Halt definitiv wir entdeckten gleich zwei Exemplare.

Weniger entspannt war dafür die Fahrt durch San José. Natürlich gerieten wir mitten in die Rushhour. Der Verkehr in Costa Rica ist wirklich speziell: kein Reissverschluss-System, alle drängeln, kaum jemand lässt jemanden rein. So chaotisch hatten wir es selten erlebt. Die arme Nicole kämpfte sich tapfer durch den Feierabendverkehr und hatte sich danach definitiv eine Pause verdient. Ich übernahm dann den restlichen Weg über die Berge bis zu unserer nächsten Unterkunft.

Ankommen an der Karibikküste

Nach dem wunderschönen, aber auch sehr intensiven Start in Costa Rica mit den vielen Nationalparks hofften wir uns in Cahuita etwas Ruhe und Entspannung zu gönnen. Der kleine Ort liegt an der Karibikküste Costa Ricas in der Provinz Limón und ist bekannt für seine entspannte Atmosphäre, afro-karibische Kultur, traumhaften Strände und den gleichnamigen Nationalpark. Schon bei der Planung war klar: Hier würden wir ein paar Tage ohne grosses Programm verbringen.

Ameisenstrassen vor dem Haus

Angekommen bei unserer Unterkunft war es bereits dunkel. Doch schon im Licht der Scheinwerfer sahen wir direkt vor dem Haus eine Ameisenstrasse. Beim Parkieren stellten wir dann fest, dass es nicht nur eine, sondern gleich zwei riesige Ameisenstrassen waren.

Das Gepäck ausladen wurde dadurch zu einer ziemlich lustigen Aktion. Man konnte keine zwei Sekunden stillstehen, ohne dass bereits mehrere Ameisen an den Beinen hochkrabbelten. Einige waren so gross, dass wir sofort an die Geschichte aus Corcovado denken mussten, wo grosse Ameisen früher zum Wundverschluss genutzt wurden. Solch riesige Ameisen hatten wir noch nie gesehen.

Zum Glück war das Häuschen selbst ameisenfrei zumindest fast. Eine grosse Kakerlake machte uns ebenfalls ihre Aufwartung. Obwohl ich sie mehrmals nach draussen beförderte, tauchte sie in den nächsten Tagen immer wieder auf. Ein Gecko an der Decke sagte uns später dann noch gute Nacht.

Einfach mal nichts tun

Ausgeschlafen und erholt starteten wir am nächsten Morgen gemütlich mit Frühstück in den Tag. Genau das war unser Plan: einfach mal treiben lassen und spontan entscheiden, worauf wir Lust hatten.

Nach dem Brunch machten wir noch einen kleinen Spaziergang und entdeckten dabei unsere ersten Pfeilgiftfrösche. Diese kleinen, farbenfrohen Frösche leben in den feuchten Wäldern Costa Ricas. Trotz ihres hübschen Aussehens tragen manche Arten starke Hautgifte daher ihr Name.

Danach fuhren wir noch an einen schönen Strand und liessen den Tag entspannt ausklingen.

Wir genossen den Vibe an der Karibikküste enorm. Es fühlte sich wie eine komplett andere Welt an als an der Pazifikküste. Alles war entspannter, farbenfroher und irgendwie gemütlicher. Überall fanden sich kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants mit karibischem Flair. Genau der richtige Ort, um nach den vielen Erlebnissen einmal durchzuatmen.

Cahuita Nationalpark auf eigene Faust

Ganz ohne Abenteuer ging es dann aber doch nicht. Wir beschlossen, den Cahuita Nationalpark auf eigene Faust zu erkunden. Der Park ist bekannt für seine Kombination aus Regenwald, Traumstränden und dem grössten erhaltenen Korallenriff Costa Ricas.

Bereits auf dem Parkplatz entdeckten wir erste Fledermäuse an der Decke, bevor wir über einen Holzsteg Richtung Küste liefen. Tiere sahen wir zunächst keine. Am vermeintlichen Eingang angekommen standen dort keine Ranger, da gerade eine Schulung stattfand. Also gingen wir einfach dem Weg nach, den wir für richtig hielten grosse Beschilderungen gab es nämlich kaum.

Zuerst liefen wir längere Zeit direkt am Strand entlang, bis der Weg etwas ins Landesinnere führte. Dort entdeckten wir endlich die ersten Tiere: mehrere Affen und ein Faultier hoch oben in den Bäumen.

Kurz darauf kamen wir an einem Waschbärenpärchen vorbei, das gerade die Gunst der Stunde nutzte und sehr beschäftigt war. Wir beschlossen, sie besser nicht weiter zu stören und gingen schnell weiter. In Costa Rica gibt es nur eine Trocken- und eine Regenzeit deshalb ist die Paarungszeit vieler Tiere deutlich länger als bei uns.

Am äussersten Punkt der Route, wo man auch schnorcheln kann, liegt das grösste erhaltene Korallenriff Costa Ricas. Das Riff schützt zahlreiche Meeresbewohner und macht Cahuita zu einem beliebten Ort für Schnorchler. Für das Erlebnis hätte man jedoch ein Boot nehmen müssen, um hinaus zum Riff zu gelangen. Da wir auf unserer Reise bereits an vielen wunderschönen Orten geschnorchelt hatten, entschieden wir uns diesmal bewusst dagegen und genossen stattdessen lieber die Natur an Land.

Dort sahen wir nochmals mehrere Affen, die direkt vor unseren Augen spielten und frassen. Sogar ein Waschbär gesellte sich dazu ein ziemlich lustiger Anblick.

Unser Weg führte weiter der Küste entlang Richtung zweitem Ausgang, wo wir später ein Uber zurück bestellen wollten. Doch vorher wartete noch ein weiteres Highlight: In einem kleinen See neben dem Meer entdeckten wir plötzlich ein Krokodil.

Wenig später sahen wir einen Guide mit Teleskop, das auf einen Baum gerichtet war. Natürlich gingen wir neugierig hinüber. Wir erkannten ein zusammengerolltes Faultier, das in einer Astgabel schlief. Ohne den Hinweis hätten wir es niemals entdeckt.

Ganz am Ende des Parks wartete dann noch der schönste Abschluss des Tages: Ein Faultier mit Jungtier auf dem Rücken sass relativ tief in den Bäumen direkt vor uns. So nah waren wir auf unserer gesamten Reise keinem Faultier mehr gekommen und dann gleich noch mit Nachwuchs. Ein perfekter letzter Moment im Cahuita Nationalpark.

Shopping zum Abschluss

Am Abend gingen wir noch mit einem Paar aus Deutschland essen, das wir bereits auf unserer Corcovado-Tour kennengelernt hatten. Gemeinsam liessen wir unseren Aufenthalt an der Karibikküste gemütlich ausklingen.

Bevor wir Cahuita wieder verliessen, nutzten wir unseren letzten Tag nochmals für einen entspannten Bummel durch den Ort. Dabei machten wir die kleinen Läden und Boutiquen unsicher, stöberten durch Souvenirs, Kleidung und lokale Produkte und genossen ein letztes Mal das lockere Karibikflair.

Die Reise führte weiter ins Landesinnere nach La Fortuna, wo mit dem Arenal Vulkan bereits das nächste Abenteuer wartete.

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