Salento

Veröffentlicht am 17. April 2026 um 06:22

Frühe Ankunft in Salento

Nach dem Trubel der Grossstadt ging es für uns mit dem Nachtbus weiter von Medellín nach Salento einem kleinen, farbenfrohen Dorf mitten in der Kaffeezone Kolumbiens. Eigentlich hätten wir erst um 6 Uhr morgens ankommen sollen, doch bereits um 4 Uhr wurden wir aus dem Bus gelassen. Noch im Halbschlaf machten wir uns mit unseren Backpacks auf den Weg den steilen Hügel hinauf zu unserer Unterkunft. Um 5 Uhr standen wir bereits vor dem Hotel. Trotz angepriesener 24-Stunden-Rezeption war weit und breit kein Mitarbeiter zu sehen. Also hiess es: warten.

Erst gegen halb sieben konnten wir endlich unser Gepäck abstellen und uns auf die Suche nach einem Frühstück machen.

Erste Eindrücke vom bunten Dorf

Danach erkundeten wir direkt Salento. Das charmante Dorf ist bekannt für seine bunt bemalten Häuser, die entspannte Atmosphäre und als Ausgangspunkt für das berühmte Cocora-Tal. Wir schlenderten durch die kleinen Strassen und stiegen zu einem Aussichtspunkt hinauf, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Dächer von Salento und die umliegenden grünen Hügel hatten.

Planänderung und ein unerwartetes Highlight

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich das Nachbardorf Filandia besuchen. Doch leider fuhren an diesem Tag keine Touren mehr dorthin. In unserer Unterkunft hatte man uns noch versichert, dass das spontan überhaupt kein Problem sei. Nun ja also musste Plan B her.

Und dieser stellte sich als echter Glücksgriff heraus: Wir machten eine empfohlene Kaffeetour. Es war eines unserer Highlights in Kolumbien. Carlos, der Besitzer der Farm, nahm sich unglaublich viel Zeit und erklärte uns alles bis ins kleinste Detail. Man spürte sofort, wie sehr er für seine Arbeit brennt. Er kannte jede Pflanze, jede Bohne und hatte zu allem eine spannende Geschichte parat.

Wir lernten viel über den Kaffeeanbau und die Verarbeitung. Besonders beeindruckend war, dass Carlos seine Kaffeepflanzen mitten im Dschungel anbaut fernab von grossen Monokulturen. Dadurch ist der Ertrag zwar kleiner, aber deutlich umweltfreundlicher und im Einklang mit der Natur. Zum Abschluss setzten wir uns gemeinsam mit ihm hin und bekamen frisch gebrühten Kaffee serviert. Ich wollte mir natürlich keine Blösse geben und bestellte ebenfalls einen Espresso. Zugegeben: Kaffee wird wohl nie meine grosse Liebe aber dieser hier war überraschend gut.

Abenteuerliche Fahrt ins Valle de Cocora

Am nächsten Morgen wartete bereits das nächste Abenteuer: unser Ausflug ins Valle de Cocora. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis für sich. Im kleinen Jeep war kein Platz mehr frei, also durfte ich hinten aufsteigen, mich festhalten und im Stehen mitfahren. Hier scheint das ganz normal zu sein. Weniger normal fühlte sich an, als wir durch einige Pfützen rasten und ich an meiner Seitenposition mehrere Ladungen Dreck abbekam.

Das Cocora-Tal ist weltberühmt für seine gigantischen Wachspalmen die höchsten Palmen der Welt, die bis zu 60 Meter hoch werden können und das Nationalsymbol Kolumbiens sind. Zwischen grünen Hügeln ragen sie wie überdimensionale Türme in den Nebel ein surrealer Anblick.

Wanderung mit Umweg

Von dort starteten wir unsere Wanderung. Gleich zu Beginn gab es eine Weggabelung: Treppen hoch oder ein anderer Pfad. Wir entschieden uns für die Treppen. Oben angekommen stellte Nicole dann fest: falscher Weg. Und wenn man schon einmal hier ist, will man natürlich mitten durch die Palmen laufen. Also hiess es: halb zurück und den anderen Weg nehmen.

Vor dem Start hatte man uns gesagt, dass die komplette Runde nicht möglich sei, weil eine Brücke weggeschwemmt worden sei. Andere meinten wiederum, es gehe doch. Also versuchten wir unser Glück. Nach einer längeren Wanderung durchs Tal, vorbei an unzähligen Hängebrücken und durch wunderschöne Natur, kamen wir an der besagten Stelle an und von einer fehlenden Brücke war nichts zu sehen. Mit halbwegs trockenen Füssen und etwas Hilfe der Einheimischen schafften wir auch die Flussüberquerung. Der Tag verging wie im Flug.

Endlich doch noch nach Filandia

An unserem letzten Tag in Salento stand schliesslich doch noch Filandia auf dem Programm. Das kleine Dorf gilt als ruhigere Alternative zu Salento und begeistert mit ebenso farbenfrohen Gassen, traditionellen Häusern und herrlicher Aussicht über die Kaffeezone. Wir schlenderten gemütlich durch die Strassen, probierten frisch zubereiteten Kaffee, kauften ein paar Souvenirs und machten natürlich noch unzählige Fotos.

Weiterreise in die Wüste

Viel zu schnell war auch dieser Tag vorbei. Also hiess es: Backpacks holen, verabschieden und weiter mit dem Nachtbus in Richtung Tatacoa-Wüste. Das nächste Abenteuer wartete bereits.